Ensemble für Intuitive Musik Weimar (EFIM)

CD-Veröffentlichungen



Daniel Hoffmann, Trompete/Flügelhorn

Matthias von Hintzenstern, Violoncello/Obertongesang

Hans Tutschku (Boston), Live-Elektronik

Michael von Hintzenstern, Klavier/Harmonium/Orgel



Das "Ensemble für Intuitive Musik Weimar" (EFIM) wurde 1980/81 gegründet, um sich für tabuisierte Avantgardemusik und vor allem die Werke von Karlheinz Stockhausen einzusetzen.

So fanden bis zum Herbst 1989 über 100 Konzerte mit seiner Musik in der DDR statt. Nach der Grenzöffnung konnte die Gruppe 1990 erstmals vor ihm spielen, der in einem Brief darüber schrieb: "...es war gut, dass ich Euch endlich im Konzert erlebt habe. Euch allen

EFIM 2018 in der Porzelankirche auf der  Leuchtenburg bei Kahla 2018

möchte ich danken: Ihr habt die Intuitive Musik lebendig gehalten. Wir werden gewiss gemeinsam diese eigenartige Musikform weiterentwickeln." Im Anschluss an eine intensive Probenphase im Mai 1991 schrieb er nach Weimar: "DANKE für die Pfingsttage: auch für mich waren sie außerordentlich lehrreich, und Ihr seid einfach 4 Engel! Ich werde helfen, wann immer ich eine Chance bekomme, dass Ihr weitergeht in der Entdeckung, Klärung der Intuitiven Musik." Im Mai 2005 spielte das Ensemble nach gemeinsamer Probenarbeit mit Stockhausen sechs Stücke aus seinem Zyklus FÜR KOMMENDE ZEITEN (1968-1970) erstmals auf CD ein, wobei der Komponist die Klangregie übernahm.

Seit Anfang der 1990er Jahre widmet sich das EFIM hauptsächlich Eigenprojekten. Es ist dabei stets auf der Suche nach "besonderen Orten", deren Ausstrahlung Akteure wie Zuhörer in gleicher Weise beflügelt. Das können Parkanlagen ebenso sein wie Steinbrüche, die des Nachts geheimnisvoll illuminiert werden. Inzwischen hat es in 30 Ländern gastiert.

Zu den prägenden Erfahrungen gehörte 1993 das Konzert in einem Lavafeld in Mexico-City, in dem - bei Vollmond! - ein Werk über die vier Elemente vor 2000 begeisterten Menschen aufgeführt wurde: ERUPCION DE SONIDOS - AUSBRUCH DER KLÄNGE.
Ausgehend von Bauhaus-Traditionen wurden seit 1987 zahlreiche synästhetische Projekte realisiert. So konnten 1989/90 in den Zeiss-Planetarien in Jena und Berlin unter dem Titel VOM KLANG DER STERNE  "abstrakte Farbvariationen im Kosmos" gestaltet werden. 2009 wurde das von Hans Tutschku konzipierte Projekt POLYVISION für Tanz, mehrdimensionale Projektion und Ensemble uraufgeführt. Es knüpft an die Intentionen des „Mechanischen Balletts“ von Kurt Schmidt und Hans Heinz Stuckenschmidt an, das zur Bauhauswoche 1923 im Theater Jena uraufgeführt wurde. 2006 nahm es bei einer USA-Tournee die Spuren auf, die über Lászlo

EFIM nach gemeinsamer Probenarbeit mit Karlheinz Stockhausen (rechts) 2005 in Kürten.

Moholy-Nagy vom Weimarer Bauhaus zu John Cage führen.

Charakteristisch für das Ensemble ist die enge Verzahnung zwischen Instrumenten und Live-Elektronik, wodurch nicht nur eine Fülle neuer Klangfarben entsteht, sondern auch bisher kaum vorstellbare kommunikative Prozesse ausgelöst werden.

Zu den Besonderheiten seines Wirkens dürfte gehören, dass es nicht nur eine Musik mit neuartigen Klängen präsentiert, sondern auch sogenannte "Sound-Scapes" (Klang-Schaften) aus fernen Städten und Landschaften aufzeichnet, um sie dann weiter zu verarbeiten und in spätere Aufführungen zu integrieren.


Das Ensemble Intuitive Musik Weimar Musik auf das Kommende            (Von Stefan Amzoll)


1980 bis 1983 Zusatzstudium im Fach Viola da Gamba an der Leipziger Musikhochschule bei Prof. Siegfried Pank. - 1980: Gründungsmitglied des Ensembles für Intuitive Musik Weimar (EFIM).  Gastspiele in 30 Ländern. Soloprogramme: Violoncello und Obertongesang. Seit 1998 jährliche Workshops und Konzerte mit dem seither bestehenden Ensemble „tangokonzert.de“: „Tango kreativ – Astor Piazzolla – Vermächtnis und Inspiration“ - seit einigen Jahren auch als Bandoneon-Spieler! - Zahlreiche Ausstellungen seiner Bilder, Collagen und Raum–Klang–Installationen zusammen mit seiner Frau Angelika Kühn von Hintzenstern. - 2007: Einweihung des von ihm konzipierten Denkmals „Den Opfern politischer Gewaltherrschaft“ in Gera.Das Ensemble Intuitive Musik

Sendung: Atelier Neue Musik, Musik auf das Kommende vom 28.07. 2018                            Radiobeitrag lauschen

Weimar Musik auf das Kommende

Intuitive Musik entsteht aus dem Moment. Dieser freien Kreativität geht das Ensemble für Intuitive Musik nach, das Anfang der 80er Jahre in Weimar gegründet wurde. Die Musiker entwickelten nicht nur kompositorisch neuartige Modelle, sie erschlossen auch ungewöhnliche Spielstätten.

Das in Weimar gegründete „Ensemble für Intuitive Musik“ stand anfangs quer zu sämtlichen ästhetischen Vorgaben und Erwartungen. Die Musiker um Hans Tutschku und Michael von Hintzenstern wollten ein Zeichen für die Aufbruchsbereitschaft junger Musiker setzen und Spielräume eigenschöpferischem Gestaltens ausloten.

Sie wähnten sich Karlheinz Stockhausen nahe, übernahmen von ihm den Begriff der Intuition und musizierten 1990 in Weimar mit ihm. Im Laufe von dreieinhalb Jahrzehnten entwickelten sie nicht nur kompositorisch neuartige Modelle, sie erschlossen auch ungewöhnliche Spielstätten. Zum Beispiel ein Lavafeld in Mexiko-Stadt oder einen unter Tage ins Salz gefrästen Konzertsaal im thüringischen Sondershausen. 




Programme: EFIM Weimar

ZYKLEN INTUITIVER MUSIK


• Karlheinz Stockhausen:  AUS DEN SIEBEN TAGEN (1968)

• Karlheinz Stockhausen: FÜR KOMMENDE ZEITEN (1968-1970)

• Markus Stockhausen: AUFBRUCH – GLÜCKSELIGKEIT – LILA (1987) – EFIM gewidmet

• Michael Vetter: KONZEPTE SPIRITUELLER MUSIK (2012/2013) – EFIM gewidmet



FLUXUS bzw. NEW YORK SCHOOL


• John Cage: VARIATIONS II

• Christian Wolff: PROSE COLLECTION (1968-1985): Stones – Play etc.



LESE-KONZERTE

• mit Gabriele Stötzer (Erfurt/Utrecht) – neue Texte seit 2009



WANDEL-KONZERTE und PARKMUSIKEN

• an besonderen Orten (seit 1988)

http://www.tutschku.com/flammenklang-meiningen/?lang=de


SOUND-SCAPES im Konzert

• Echtzeit-Kompositionen unter Nutzung regionaler Klang-Schaften



MULTIMEDIALE PROGRAMME


• Hans Tutschku: POLYVISION für Ausdruckstanz, Video und Ensemble (2009)

http://www.tutschku.com/polyvision-2/?lang=de


Bauhaus-Impulse:

• Vom Klang der Bilder – seit 1987 – Kooperation mit Kurt Schmidt



& EIGEN-PROJEKTE


www.tutschku.com